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Diesen Text hatte der NDR zum Film:”Das süße Heilwunder” veröffentlicht

Honig: Das süße Heilwunder

Niemand weiß, wo und wann Menschen die Entdeckung erstmals machten. Gesichert ist nur, dass bereits 2000 Jahre vor Christus die Ägypter dem Honig Zauberkräfte zuschrieben.

Jahrhunderte später benutzten ihn griechische Soldaten, um ihre Wunden zu verbinden. Ebenso die alten Römer, und Völker im ferneren Osten ohnehin.

Auch für Eingeborene in Afrika war Honig stets ein übliches Hausmittel. Bei uns aber wurde er in moderneren Zeiten durch industrielle Medikamente völlig verdrängt.

So muss Julianne Lyons jenen Leuten in Australien dankbar sein, die versuchten, den Ruf des Honigs gegen die medizinische Schulweisheit wieder herzustellen.

Vor zwei Jahren bekam sie üble Geschwüre an den Beinen:

"Dauernd hatte ich Schorf auf den Beinen, und nichts half dagegen. Ich nahm Berge von Antibiotika ein, aber es wollte einfach nicht heilen.“

...und es wurde sehr schmerzhaft ...:

"Es war alles wund. Ich wurde geröntgt, alles mögliche wurde ausprobiert - ich glaubte schon, man würde niemals herausfinden, was das war."

Glück für Julianne, dass sie diesen Arzt traf. Seinen Namen möchte er wegen möglicher Anfeindungen nicht preisgeben. Nennen wir ihn Dr. Jones.

Er hatte Mitte der achtziger Jahre von einem Experiment in Israel erfahren: Verletzungen bei Mäusen verheilten doppelt so schnell, wenn die Wunden mit Honig bestrichen wurden.

Dr. Jones arbeitete damals in einem Krankenhaus:

"Wir hatten eine ganze Reihe von Patienten mit Beingeschwüren und anderen Wunden, die nicht verheilten. Und ich dachte, viel können wir nicht verkehrt machen und probierten Honig aus. Zugegeben - man betrachtete mich als ein wenig verrückt. Aber als die anderen dann die erstaunlichen Ergebnisse sahen, waren sie genauso überzeugt wie ich. Jetzt mache ich das schon seit 17 Jahren."

...und oft mit Erfolg. Juliannes Geschwüre waren drei Monate nach Beginn der Honig-Behandlung abgeheilt: "Ich konnte es kaum glauben - Antibiotika hatten nicht geholfen - nichts. Aber Honig. Jetzt ist alles bestens.“

Bienen und Bienenstöcke sind extrem keimfrei

Es gibt mittlerweile viele mit Julianne vergleichbare und dokumentierte Fälle, die belegen, dass Honig auf eine besondere Weise wirken muss.

Aber wodurch genau?

Ein erster Hinweis ist, dass Bienen und Bienenstöcke außergewöhnlich bakterienfrei sind.

Dr. Craig Davis vom Landwirtschaftsministerium Queensland, Australien hat deshalb im Labor mehr als viertausend verschiedene Honigsorten getestet und festgestellt, dass roher Honig stark antibakteriell wirkt. Dr. Davis experimentiert: "Dies ist ein Nährboden mit Bakterien, und wir haben Honig in die kleinen Löcher getupft.

Wo sich der Honig ausbreitet, entstehen klare, bakterienfreie Bereiche.

Sie erkennen, dass hier aktiver Honig wirkt, und hier gibt es eine Gruppe inaktiver Sorten, die keine Bakterien abtöten." Die inaktiven Honigsorten sind Industrieprodukte, die erhitzt wurden, um sie flüssiger zu machen. Erhitzen scheint aber die Eigenschaft des Honigs, Bakterien abzutöten, zu vernichten.

Unter den naturbelassenen Honigsorten war eine, die besonders gut wirkt: “Gelee-Buschhonig‘, der von einem einheimischen Wachsblumen-Baum stammt.

Der Honig dieses Baumes ist ungewöhnlich dick und so zäh, dass Imker Probleme haben, ihn aus der Wabe herauszuholen. Und niemand wollte ihn haben. Bis vor kurzem.

Immer mehr Menschen möchten nun gerne erfahren, was Honig antibakteriell wirken lässt. Und genau das untersuchte die Molekularbiologin Shona Blair an der Universität Sydney:

"Alle Honigarten enthalten bestimmte Mengen eines Enzyms, das die Bienen zusetzen, wenn sie den Nektar aus den Blüten gesaugt haben. Diese Enzyme setzen dann Wasserstoffperoxyd frei, ein bekanntes antibakterielles Mittel.“

Die Suche nach der Ursache

Unbekannt ist jedoch noch jener Stoff in einigen Honigsorten, der die Wundheilung bewirkt. Die Suche ist kompliziert: "Diese aktive Komponente ist sehr flüchtig und schwierig zu finden. Wir haben deshalb damit begonnen, zunächst alle inaktiven Stoffe zu suchen, weil die aktive Substanz jedesmal beim Isolieren zusammenbricht oder abstirbt. Sie verschwindet einfach.

Bis jetzt haben wir es schon geschafft, einige leicht zu entfernende Teile 'rauszunehmen, andere Stoffe bleiben zurück. Entfernen konnten wir Eiweiß und Zuckerkristalle, die hauptsächlich aus Glukose bestehen. Das Eiweiss ist nicht aktiv, und auch die Glukose wirkt nicht heilend."

Inzwischen produzieren mehrere Unternehmen Heilsalben, die aus reinem Honig bestehen. Honig wurde als richtiges Medikament registriert.

Bakterien abzutöten ist aber nur ein Teil der Geschichte. Es ist jetzt auch klar, dass Honig Stoffe enthält, die den eigentlichen Heilprozess beschleunigen - etwas, das moderne Antibiotika nicht können.

Dr. Jones weiß:"Viele Stoffe, die eine Wunde sauber halten können, verhindern die Heilung. Im Extrem könnte man ja sonst ganz einfach Schwefelsäure auf eine Wunde tröpfeln. Die würde alle Bakterien verschwinden lassen, aber für die Heilung trüge sie sicher nicht bei. Honig tut das. Er hält die Wunde frei von Bakterien und beschleunigt den Heilprozess rapide." Welche Stoffe genau das Zellwachstum stimulieren, ist noch ein Geheimnis der Bienen. Einige Forscher vermuten, dass es Sekrete aus ihren Speicheldrüsen sind, die helfen sollen, Bienenbabies groß und stark werden zu lassen. Wie auch immer, in der Medizin spricht sich der Nutzen des Honigs langsam herum. Und alle, die seine gute Wirkung am eigenen Leib erfahren haben, sind voller Lob.

Abgesehen davon gibt es nicht viele Medikamente, die auch noch gut schmecken. .