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Hier einiges Wichtiges von der 15. Vortragsreihe der Bienenkunde Mayen am 4. Oktober 2003:
Dr. Otten, Mayen und Dr. von der Ohe, Celle legten mögliche Ursachen des Völkersterbens 2002/2003 dar.
Auch wenn nicht nur die Mängel der Milbenbekämpfung durch die Imker Ursache waren, sondern z.B. auch klimatische Einflüsse dazu kamen, können wir dennoch nicht die Schuld abwälzen. Zur Überprüfung der Behandlungserfolge, wurden Methoden des Milbenzählens vorgestellt. Es werden auch Imker gesucht, die Ihr wöchentlichen Zählergebnisse per Computer von März bis August in eine Datenbank eintragen. Mehr dazu demnächst! Imkermeister Kraus, Mayen zeigte Methoden zur flotteren Entdeckelung der Honigwaben. Wir lernten kräftig dazu! Auch dem abgebrühten Bienenseuchensachverständigen verschlug es den Atem beim Vortrag von Dr. Neumann, Halle über den Kleinen Beutenkäfer. Auch wenn Dr. Neumann Bienenhaltung noch für möglich hält, falls dieser Maxi- Schädling eines Tages im Land wäre, die Berufsimkerei könnte doch jenseits aller Wirtschaftlichkeit enden. Wer den Vortrag verpasst hat, kann ihn beim Apisticus Tag in Münster hören.
Das Bieneninstitut Mayen ist wiedermal umbenannt worden und heißt für uns jetzt: Fachzentrum für Bienen und Imkerei, kurz FBI (echt!). Adressen, Tel etc. bleiben. Es wurde für das FBI ein Förderverein gegründet: Apicultur e:V. Achtung Imker - bitte werdet Mitglied in diesem Förderverein!
> Link zum Anmeldeformular< ausdrucken - ausfüllen - abschicken ! Konto des Vereins für den Jahresbeitrag: Förderverein API- Kultur (Bienen) bei Kreisspark. Mayen BLZ 576 500 10, Kto: 310 70 
>Link zum Fachzentrum Bienen und Imkerei Mayen<

“Amerikanische Verhältnisse jetzt in Europa?” - Paketbienen aus Süd- Italien; ist das die Zukunft?

In USA und Kanada wird das mit der Bienenhalten im sehr großen Stil so gemacht (von Hobby Imkern mal abgesehen): aus Kalifornien werden nach der Obstbestäubung Paketbienen (junge Königin + 3 Pfund Bienen) in Massen nach Norden verkauft. Dort zieht man diese Völkchen mit ordentlich Zucker drauf groß. Im Spätsommer wird abgeerntet - reiner Kleehonig z.B. (nur kritsche süß - wäh) Die Bienen werden aus den Kästen geblasen. Echt, mit dem beeblower. Die kommen dann um. Überwintern lohnt nicht. Es gibt ja Paketbienen.
Und wie wird das in Europa? Alles ein paar Nummern kleiner zwar - aber: Paketbienen, wenn schon nicht aus Übersee gibt es zu Tausenden aus Süditalien und Südfrankreich. Importeure gibt es einige. Exoten kaufen wird chic. Die Bienenkrankheiten mehren sich. Es lohnt nicht mehr Bienen zu überwintern. Es lohnt nicht mehr zu den Imkervereinen und Bieneninstituten zu gehen, um zu lernen wie man das macht, Bienen gesund erhalten, zu vermehren, zu züchten. Bienenimporteur wird das kommende Gewerbe.
Was wird damit aufgeben? Viele Generationen Zuchtarbeit. Generationen von Bienen als auch von Züchtern werden den Bach runter geschickt und in die Geschichtsbücher verbannt.
Damit es nicht so kommt, liebe Imkerkollegen und verehrte Honigkunden, was können wir tun? Ich tue mich schwer mit Boykottaufrufen wie “kauft nicht beim Exoten”. Das wollen wir nicht. Versuchen wir das Vertrauensverhältnis vom Kunden zum Imker zu pflegen. Und das Netzwerk der Imker in den Vereinen und mit den Bienenzüchtern und Forschungseinrichtungen zu stärken. Das “Völkersterben” im vergangen Winter lehrt uns, noch sorgfältiger die Bienen zu betreuen. Es war aber auch eine dringende Mahnung den heimischen Bienen nicht zu viele und immer neue Plagen ins Haus zu schleppen Und: kein Bienenvolk lebt für sich alleine. Ein Schwein kann das Bäuerlein in der dunklen Kammer mästen (soll er es auch selber essen). Bienen sind frei und sie fliegen gerne zu Nachbars Bienen. Gucken ob es was zu stibitzen gibt. Deshalb können wir auch nicht ungestraft fünf und mehr Bienenrassen im Land halten. Die kreuzen sich nun mal, ohne zu fragen. In der großen Landwirtschaft wären längst alle Haustierrassen verloren, wären die Bauern nicht schlauer. Sind die Imker denn blöd? Manche ja ! Olaf Müller (19. 4. 2003)
Links dazu: Imkerverein | Imkerbund | Importe aus ChileZeitungsartikelBienenbeutenkäfer | Viren

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