Wald und Wiesen Imkerei Olaf Müller

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Stellungnahme von Dr. Mautz,
Bieneninstitut Erlangen, genommen vom Landesverband Bay. Imker e.V.

http://mellifera.weitblick.de/bienenstockkaefer/index.html                                             13. Oktober  2004

Newsletter der Bienenstockkäfer Kampagne

Kleiner Beutenkäfer nach Portugal eingeschleppt!

am 13. Oktober 2004 hat das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft uns auf unsere Anfrage hin bestätigt, dass der kleine Beutenkäfer in Portugal gefunden worden ist. Damit wurde dieser Käfer erstmals in Europa festgestellt. Er hatte sich in den letzten Jahren von Afrika aus zunächst nach Nordamerika, Ägypten und Australien ausgebreitet. Die Einschleppung nach Portugal erfolgte über einen Bienenimport aus den USA. Die betroffenen Völker sind inzwischen abgetötet und der eventuell mit Käferpuppen verseuchte Boden ist desinfiziert worden. So bestehen Chancen, dass der erste Befallsherd in der EU beseitigt wurde.

Die Bestätigung des ersten Verdachts der vergangenen Woche erfolgte nach einer Diagnose im französischen Referenzlabor in Nizza. Der Bienenimport aus den USA hätte nach geltendem EU Recht überhaupt nicht stattfinden dürfen. Am 11.12. 2003 ist eine EU Verordnung in Kraft getreten, welche die Einfuhr von Bienen aus den USA in die EU hätte verhindern müssen. Die von Mellifera e.V. initiierte Bienenstockkäfer Kampagne hatte entscheidend dazu beigetragen, dass die Verordnung durchgesetzt wurde.

Dieses Ereignis zeigt, wie notwendig das Importverbot ist. Wir fordern eine strikte Umsetzung des Verbotes und eine qualifizierte Information der kontrollierenden Behörden. Von den Imkern muss eine rigorose Haltung gegenüber jeglichem Bienenimport eingenommen werden. Es bestehen weiterhin Gefahren durch Ausnahmen, wie zum Beispiel erlaubte Bienenimporte aus Hawaii. Auch Gesundheitszeugnisse aus Ländern in denen eine Anzeigepflicht besteht, sind nicht unbedingt sicher. Wenn im Radius von 30 km um die exportierende Imkerei keine Beutenkäfer gefunden wurden, ist ein Import in die EU erlaubt.

Wir hoffen sehr, dass die ersten Beutenkäfer in Europa abgetötet werden konnten und keine weitere Ausbreitung in Portugal erfolgt. Trotz der großen Gefahr durch den Beutenkäfer dürfen wir Imker nicht resignieren. Inzwischen gibt es Forschungsprojekte die sich mit der Biologie des Käfers und seiner ökologischen Behandlung befassen. Außerdem sind die Verhältnisse in Deutschland anders als in Südeuropa oder in den USA. Wir Imker hier führen in der Regel eine gut strukturierte Imkerei und sind nah an dem einzelnen Volk. Das ist nicht mit Großimkereien zu vergleichen die tausende Völker betreuen. Wir können bei einem Befall die besonders gefährdeten, schwachen Völker rechtzeitig erkennen.

Wie wäre die Situation heute ohne die Bienenstockkäfer Kampagne? Die Imkerschaft wäre noch weniger auf einen Befall vorbereitet. Ob behördliche Regelungen vorhanden wären ist fraglich. Der Befall wäre vielleicht länger nicht erkannt worden und eine Eindämmung dann aussichtslos. Vielleicht wären durch eine Fortsetzung der bis dahin üblichen Importpraxis im Jahr 2004 schon an mehreren Orten Europas Beutenkäfer eingeschleppt. Mellifera e.V. hat mit der Bienenstockkäfer Kampagne wesentlich dazu beigetragen, dass die Institute, Behörden und Imkerschaft nun besser vorbereitet sind.

Bitte informieren Sie sich. Weitere aktuelle Informationen werden wir jeweils unter www.bienenstockkaefer.de veröffentlichen. Verfolgen Sie die Publikationen in der Fachpresse. Bei Verdachtsmomenten wenden Sie sich an Ihre jeweiligen bienenwissenschaftlichen Institute und Bienenzuchtberater. Über das Bundesministerium ist eine illustrierte Schrift über den Beutenkäfer kostenlos zu beziehen über:

Telefon: 0180-5221996 Telefax: 0180-5221997   Email: broschuerenbestellung@bmvel.bund.de

Diese englische Quelle schreibt von zwei Beutenkäferlarven in Königinnenkäfigen, die aus Texas nach Portugal gebracht wurden.
www.throne.co.uk

Bad News on the Small Hive Beetle
Small hive beetle confirmed in Portugal

The small hive beetle (Aethina tumida), commonly known as the SHB is a serious threat to both UK and European Apiculture. The beetle is indigenous to Africa, but has recently spread to the USA and Australia where it has caused serious economic damage to their beekeeping industries.

The SHB has this month been intercepted in an unauthorised consignment of queen bees imported into Portugal from Texas. Positive confirmation was made through Laboratory diagnosis on two suspect larvae detected in the queen cages. The Portuguese Veterinary Authorities took rapid action to isolate the infested apiaries, and treat both the soil and destroy all colonies and associated beekeeping equipment. It is hoped that these measures successfully eradicated the SHB.

In 2003, the EC raised the profile of bee health following pressure by Member States, particularly the UK, to counter the serious threat to EU apiculture from two exotic bee pests, the small hive beetle and the Asian bee mites called tropilaelaps. Both pests have since been made notifiable throughout the Community.
Under EU import legislation imports of honeybees from the United States are not permitted into the EU. Details of the legislation can be obtained from the Defra bee health WebPages
http://www.defra.gov.uk/hort/bees05.htm

The National Bee Unit, which delivers the bee health programme in England and Wales on behalf of Defra and the Welsh Assembly, is developing Contingency plans and surveillance as part of our emergency preparedness to tackle these new threats.

For further information on the bee health programme please visit the National Bee Unit website www.nationalbeeunit.com or the Defra bee health website http://www.defra.gov.uk/hort/bees.htm

The advisory leaflets on the Small hive beetle can be downloaded from http://www.csl.gov.uk/science/organ/environ/bee/factsheets/

Bienenbeutenkäfer

Eine Gefahr für die europäische Bienenhaltung?
Entgegen anders lautenden Aussagen ist der kleine Beutenkäfer (Aethina tumida) bisher in Europa nicht festgestellt worden.
Stand 11.07.2000


Große Gefahr der Einschleppung besteht durch Bienenimporte!

Die bis heute bekannte Verbreitung dieses Bienenschädlings ist auf den afrikanischen Kontinent und Nordamerika (USA) beschränkt.

Während das tropische Afrika als natürliches Verbreitungsgebiet gilt, wurde der Beutenkäfer erstmals 1998 in Florida im Zusammenhang mit Völkerzusammenbrüchen festgestellt. Man vermutet, dass er auf unbekanntem Wege eingeschleppt wurde. Inzwischen hat er bedingt durch weiträumige Bienentransporte eine Ausbreitung bis in die nördlichen Staaten der USA erfahren.

Die Überlebensfähigkeit des kleinen Beutenkäfers ist somit nicht auf tropische und subtropische Klimabereiche beschränkt.

Eine besondere Gefahr für die europäische Bienenwirtschaft wird darin gesehen, dass regelmäßige Paketbienentransporte aus überseeischen Regionen, auch aus Nordamerika, nach Europa stattfinden. Eine Einschleppung kann - wenn überhaupt, dann nur- durch striktes Unterlassen von Bienenimporten aus den USA verhindert werden.

Aussehen:
Der dunkelbraun bis schwarz gefärbte Käfer ist 5 bis 7 mm lang und lebt im Bienenstock, wo er seine zahlreichen Eier ablegt. Die ausschlüpfenden Larven, die kurz vor der Verpuppung bis zu 11 mm Länge erreichen, wachsen innerhalb von vier Wochen wieder zu erwachsenen Käfern heran. Die Verpuppung erfolgt außerhalb des Stockes im Erdreich.

Auswirkungen:
Larven wie auch erwachsene Käfer ernähren sich von Bienenbrut, Honig- und Pollenvorräten, daher kommt es in befallenen Völkern zu erheblichen Schäden. Die von Fraßgängen durchsetzten Waben weisen einen säuerlich gärigen bis fauligen Geruch auf, Honigwaben werden für die Ernte unbrauchbar. Bei starkem Befall ziehen die Bienenvölker als Notschwärme aus. Da der Käfer auch außerhalb des Bienenvolkes überlebensfähig ist (er lebt hier bevorzugt auf fauligen Früchten), gestaltet sich seine Bekämpfung in den Verbreitungsgebieten besonders schwierig.

Dr. D. Mautz
Erlangen, 11.07.00

 

von Helmut Gekle >entnommen aus UNI Graz, Österreich

Kleiner Stockkäfer

Eine Zeitbombe tickt an der Grenze zu Europa, es ist der afrikanische kleine Stockkäfer. Dieser Bienenparasit legt seine Eier in die Waben von Honigbienen. Die Larven, die zuerst in der Wabe leben, dann zu Boden fallen und sich verpuppen, fressen alles, was die Wabe so bereithält: Pollen, Honig, Bienenlarven und sogar das Wachs. Kastberger weist daraufhin, dass die afrikanischen Bienen mit ihrem Parasiten kaum ein Problem haben: Die Stockkäfer warten bis eine Wabe frei ist, um die Eier dann zu legen. Besetzte Völker verhindern dies mit einer eigenen Strategie. Sie drängen die Käfer an den Rand der Wabe und halten sie dort sogar in Propolis umrandeten Gefängnissen. Europäische Bienenrassen sind den afrikanischen kleinen Stockkäfern, die alles, selbst tote Bienen fressen, hilflos ausgeliefert. 1998 gelangte dieser Bienenparasit, vermutlich mit importierten Südfrüchten, nach Florida. Innerhalb von zwei Jahren verbreitete sich der afrikanische kleine Stockkäfer bis in die Neuenglandstaaten und South Dakota. Auf seinem Weg dorthin erlitten die US-Imker beträchtliche Einbußen. Kastberger begibt sich nun nach Georgia, wo er das Auftreten dieses Parasiten filmen und dokumentieren wird. Dort wird die Menge der auftretenden Stockkäfer in Cups (Kaffeehäferl) angegeben. Für Kastberger ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis dieser Parasit auch in Europa eingeschleppt wird, denn Früchte importiert wohl jedes europäische Land aus Südafrika.

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